Veranstaltungen

Di.,
25.06.
Kunst bewegt - Wachsam für Menschlichkeit

Kinder und Jugendliche des Nardiniheims präsentieren ihre Kunstwerke. Die Belange von Menschen mit Behinderung sollen im öffentlichen Raum in den Fokus grückt werden. Eine Stellungnahme gegen Ausgrenzung und Diskriminierung sowie gegen rückwärtsorientiertern politischen Bestrebungen. Das Projekt steht unter der Schrimherrschaft des Straubinger Bündnis "Wir sind bunt" und wird von der Fachakademie für Sozialpädagogik unterstützt.

(zu den üblichen Öffnungszeiten in der Stadtbibliothek)

Do.,
27.06.
Verinssage: Kunst bewegt - Wachsam für Menschlichkeit

Ab 10:30 Uhr in der Stadtbibliothek. Die Eröffnung durch Frau Bürgermeisterin Maria Seltzl und Herrn Pfarrer Hasso von Winning. Musikalische Beiträge unter der Leitung von Christoph Lanzinger. Catering: Team Donauwelle unter der Leitung von Angela Blindzellner.

Mi.,
03.07.
T4-Keine Ahnung?!

Schülerinnen des Bereichs Gestaltung der FOS geben Einblicke zu den umfangreichen künstlerischen Prozessen im Rahmen des Projekts „T4-Keine Ahnung! Euthanasie während der NS-Zeit“. Ab 20:30 Uhr um Pulverturm

Do.,
11.07.
Freistunde Talk

Freistunde Talk auf dem Straubinger Stadtplatz - Infos folgen

Beginn 19:00 Uhr

Do.,
10.10.
Der NSU-Komplex

Vortrag mit Robert Andreasch

Alle Medienberichte

hier klicken

verlinkt

Demokratie leben!

Stadt Straubing

Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufklärung

Bundeszentrale für politische Bildung

Bundesamt für Verfassungsschutz

Internationaler Kulturtreff Straubing

Bündnis für Menschenrechte und Vielfalt - Wir sind bunt

NS Dokumentationszentrum München

Dokumentationszentrum Nürnberg

Fritz Bauer Institut

Yad Vashem

Internationale Jugendbegegnungsstätte Oswiecim / Auschwitz

Museum Auschwitz/Birkenau

Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

Museum der Geschichte der polnischen Juden - POLIN

Historisches Museum Krakau - Schindlers Fabrik

Deutsche Korczak-Gesellschaft

Korczakianum Warschau

Blumkas Tagebuch - Iwona Chmielewska

Iwona Chmielewska

Fräulein Esthers letzte Vorstellung - Adam Jaromir

Gut Gödelitz e.V.

Gut Gödelitz Werteakademie

KZ Gedenkstätte Mauthausen

KZ Gedenkstätte Dachau

KZ Gedenkstätte Flossenbürg

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Medienkulturhaus Wels

IDEE Straubing (Integration durch ehrenamtliches Engagement)

Jugendzentrum Straubing

Fachakademie für Sozialpädagogik Straubing

Bildungsstätte St. Wolfgang

Deutsches Erwachsenen-Bildungswerk Straubing

Ausländer- & Migrationsbeirat Straubing

Freiwilligenzentrum Straubing

AGABY

Amnesty International

Regionale Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus

Netz gegen Nazis

Rechts gegen Rechts

Endstation Rechts - Bayern

Endstation Rechts

Amadeu Antonio Stiftung

Exit

Johannes Turmair Gymnasium

Kulturzentrum Brama Grodzka - Lublin

IV Liceum Adama Mickiewicza

2019

Wachsam für Menschlichkeit

Kinder und Jugendliche der Gruppe Josef des Nardiniheims haben sich intensiv mit verschiedenen Acryltechniken beschäftigt und eine Vielzahl von Kunstwerken geschaffen. Diese werden in der Stadtbibliothek der Öffentlichkeit präsentiert. Das Projekt "Kunst bewegt - Wachsam für Menschlichkeit!" ist Teil der Straubinger Partnerschaften für Demokratie. Unsere Intention ist es, die Belange von Menschen mit Behinderung in den Fokus zu rücken und öffentlichen Raum zu schaffen. Wir wenden uns entschieden gegen jegliche Form der Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen. Aus gegebenem Anlass erachten wir es als dringend not-wendig, Stellung zu beziehen und rückwärts gewandten Bestrebungen in aller Deutlichkeit zu widersprechen.   

Für die Gäste der Vernissage besteht die Möglichkeit, eine Patenschaft für ein Bild zu übernehmen. Dies soll ein symbolischer Akt der Solidarität sein. Wer möchte, darf "sein Bild" nach Beendigung der Ausstellung gerne in Empfang nehmen. Das Projekt "Kunst bewegt - Wachsam für Menschlichkeit!" wurde in der Gruppe Josef des Nardiniheims an der Bildungsstätte St. Wolfgang zwischen Januar und Juni 2019 mit acht Kindern umgesetzt.                             
Projektleitung und Konzeption: Iwona Roszkowski 

Vernissage am 27.06.2019 / 10:30 Uhr

Unter der Schirmherrschaft von "Wir sind bunt"

Neuer Flyer für Wir sind bunt

Wir sind bunt

Neuer Flyer Wir sind bunt

In Kürze auch als Download unter

www.wsb-straubing.de

Gedenken an die Opfer der NS- Euthanasie

Eine künstlerische Auseinandersetzung in der Erinnerungsarbeit

Schülerinnen des Bereichs Gestaltung der FOS geben Einblicke zu den umfangreichen künstlerischen Prozessen im Rahmen des Projekts „T4-Keine Ahnung! Euthanasie während der NS-Zeit“. Diese findet am Mittwoch den 03. Juli um ab 20:30 Uhr um Pulverturm statt.

Die FOS widmet sich fachübergreifend seit einigen Monaten dem Thema Euthanasie während der NS-Zeit in Straubing. Der Bereich Gestaltung tat dies im künstlerischen Kontext in Form eines Halbjahresprojekts. Damit war zugleich die Aufgabenstellung verbunden, ein bleibendes Zeichen der Erinnerung an die Opfer der NS-Euthanasie für den zentralen Gedenkort im Pulverturm zu schaffen. Verschiedene Entwicklungsphasen und Dynamiken in mehreren Klassen führten dazu, dass vier Schülerinnen die Arbeit unter Anleitung von Max Messemer in ihre Endfassung brachten. Dieser Entstehungsprozess soll nun den Besuchern der Veranstaltung am 03. Juli verdeutlicht werden. „Hierzu wird das innere des Pulverturms zur Projektionsfläche der umfangreichen Versuche und Experimente mit Zeichnung, Malerei, Grafik, Relief, und Typografie, diesem grausamen Stück Geschichte „ein Bild“ zu geben. In diesem Arbeitsprozess hat sich schließlich eine ganz andere, ganz neue Form von Bildfindung entwickelt. Neue Medien wurden als Werkzeug für die Umsetzung eingesetzt“, erklärt Max Messemer, Lehrer an der FOS.

Das Ergebnis der jungen Künstlerinnen ist ein Triptychon, bestehend aus drei Bronzetafeln das im Oktober seinen Platz im Pulverturm finden wird. Dies wird im Rahmen eines offiziellen Festaktes geschehen. Die drei Tafeln tragen die Namen der 130 Menschen, die einst in der Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder untergebracht waren, deren Obhut sie das NS-Regime entriss, um sie anschließend zu ermorden. Das geschaffene Kunstwerk steht auch symbolisch und stellvertretend für die Opfer der NS-Euthanasie, der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ in ihrer Gesamtheit. Dieses Kunstwerk von jungen Menschen gestalten zu lassen, die ihren eigenen Zugang zum Thema finden war ein Grundansatz des Projekts. Das enorme Engagement, das weit über den Unterrichtsrahmen reicht, die Emotionalität und den sensiblen Umgang mit dem Thema finden die Projektverantwortlichen zutiefst beeindruckend. Um sich einen emotionalen Eindruck dieser Werkgeschichte zu verschaffen, sollen sich die Bürgerinnen und Bürger Straubings herzlich eingeladen fühlen. Die Veranstaltung wird von Frau Bürgermeisterin Maria Stelzl eröffnet.

Das Projekt ist Teil der langjährigen und intensiven Erinnerungsarbeit im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie. Wie gewohnt verfolgt man einen langfristigen und nachhaltigen Ansatz. Neben der FOS/BOS sind die Barmherzigen Brüder Straubing, die Stadtarchivarin Dr. Dorit-Maria Krenn, der Leiter des Bezirksklinikums Mainkofen, Gerhard Schneider sowie Schloss Hartheim (ehemalige Euthanasiestätte in Oberösterreich) in die umfangreiche Arbeit eingebunden. In den nächsten Jahren werden noch weitere Einzelprojekte zum Thema folgen. Zudem soll die Arbeit dokumentiert und für verschiedene Zielgruppen entsprechend aufbereitet werden.

Sprecherrat - Wir sind bunt

Der Sprecherrat des Bündnisses für Menschenrechte und Vielfalt - "Wir sind bunt" wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung am 09.05.2019 ein weiteres Jahr im Amt bestätigt.

Der Sprecherrat setzt sich wie folgt zusammen: Stadträtin Brigitta Appelt, Stadtrat und Verwaltungsrat für Migrationsfragen Nail Demir sowie Pfarrer Hasso von Winning.

Neben zahlreichen Stadträt*innen waren bei der Mitgliederversammlung auch die stellvertretende Landrätin Abrbara Unger sowie Bürgermeister hans Lohmeier zugegen.

Türkischer Rechtsextremismus

Mitgliederversammlung „Wir sind bunt“ am 9. Mai / 19:00 Uhr im Theaterfoyer

Vortrag: Türkischer Rechtsextremismus

 

Bei seiner öffentlichen Mitgliederversammlung am 9. Mai, im Foyer des Stadttheaters thematisiert das Bündnis „Wir sind bunt“ den türkischen Rechtsextremismus. Im Anschluss erfolgen dann u.a. die Neuwahl des Sprecherrates sowie die Aufnahme neuer Mitglieder.

Der Fachvortrag „Türkischer Rechtsextremismus und seine Einflussfaktoren in Bayern/Deutschland“ gibt einen Überblick zu den Grauen Wölfen und erläutert deren Organisation, Struktur und ihre Aktivitäten. Um ihr Ziel zu erreichen, vernetzen sich Anhänger*innen der Grauen Wölfe in unterschiedlichen Organisationen und Vereinen. Diese haben sich besonders der Pflege von Kultur, Religion, Bildung und Sport verschrieben und erweitern so stetig ihre Einflussbereiche. Ihre Arbeit in allen Altersgruppen gründet vor allem auf Diskriminierung und ist antidemokratisch und antisemitisch geprägt. Sie dient der Errichtung einer „türkische Identität“ in der Fremde. Die Inhalte sind durchsetzt von Großreichfantasien, Militarismus und Feindbildern.Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Fachinformationsstelle gegen Rechtsextremismus im München (firm) statt und ist Teil der Straubinger Partnerschaften für Demokratie.

Ausschlussklausel: Der Veranstalter behält sich vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Filmen, Fotografieren sowie das Anfertigen von Tonaufnahmen sind dem Veranstalter und akkreditierten Pressevertretern (nach Absprache) vorbehalten.

Infoabend: Euthanasie in der NS-Zeit

T4- Keine Ahnung

16.05.2019 im Magnobonus-Markmiller-Saal

Viele der Opfer, die dem der sogenannten "Euthanasie" während der NS-Zeit zum Opfer fielen, wurden ihres Lebens und darüber hinaus auch ihrer Identität beraubt. Von den 360 Straubinger Opfern konnten bislang lediglich 130 namentlich ermittelt werden. Der Abend wird historische Aufschlüsse zur NS-Euthanasie im Allgemeinen und zu Straubing geben. Zudem werden praxisnahe, pädagogische Herangehensweisen in dem Themenfeld vorgestellt.
Referent*innen:
• Dr. Dorit-Maria Krenn (Stadtarchivarin)
• Katharina Werner (Barmherzige Brüder Straubing)
• Prof. Dr. rer. cur. Michael Boßle (Technische Hochschule Deggendorf)
• Gerhard Schneider (Leiter des Bezirksklinikums Mainkofen)

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts "T4 - Keine Ahnung? Euthanasie in der NS-Zeit - Eine Erinnerungsarbeit" statt und ist Teil der Straubinger Partnerschaften für Demokratie.

Literaturhinweise:
Dorit-Maria Krenn, "Er sieht seinen Schutzengel an seiner Seite." 125 Jahre Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder in Straubing, in: Barmherzige Brüder Straubing 1884-2009, hg. v. Barmherzige Brüder gemeinnützige Behindertenhilfe GmbH, Straubing 2009, S. 33-115, bes. 65-91. Dorit-Maria Krenn, Sie waren unsere Nachbarn. Stolpersteine in Straubing 2008 und 2013, Straubing 2013, S.28-33

Eutanasie in der NS-Zeit - Eine Erinnerungsarbeit

T4- Keine Ahnung

Ein Kooperationsprojekt der Stadt Straubing, der gemeinnützigen Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder sowie der BO-Straubing, im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie.

Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen während des Nationalsozialismus, die sich gegen Menschen mit Behinderung richteten - allein in Straubing fielen dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm etwa 360 Menschen, Pfleglinge der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder, zum Opfer -, ist unserer Einschätzung nach in der öffentlichen Wahrnehmung nicht ausreichend präsent. Dieser defizitäre Umstand setzt sich fort in der allgemeinen Erinnerungsarbeit, in der Thematisierung in Schulen etc. oder anhand fehlender, sichtbarer Zeichen des Gedenkens im öffentlichen Raum.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema soll vielfältig und nachhaltig sein. Die Basis bilden die Forschungen der Stadtarchivarin Dr. Dorit-Maria Krenn zur Pflegeanstalt in der NS-Zeit und die pädagogisch-didaktischen Materialien, die in der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder durch Katharina Werner für den Einsatz im Bereich der Behindertenhilfe erarbeitet wurden. Das Projekt verfolgt einen langfristigen, nachhaltigen und inklusiven Ansatz.

 

Projektskizzierung:

• Sensibilisierung der Öffentlichkeit, z.B. durch entsprechende Medienbeiträge und Informationsveranstaltungen mit Fachreferent_innen

• Multiplikatorenveranstaltungen, z. B. durch Workshops und didaktische Fachangebote in den Bereichen Erziehung, Schule und in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung etc.
• Dokumentation der Projektarbeit (Foto, Film, Essays, bildnerische Arbeiten, Zeitungs- und Erfahrungsberichte …). Die Präsentation der Dokumentation sollte in Form einer oder mehrerer Ausstellungen wiederum im öffentlichen Raum stattfinden.

• Erarbeitung einer digitalen Online-Dokumentationsplattform (Webseite, Channels, Blogs etc.) des Informierens, des Erinnerns und Gedenkens in Wort, Bild, Animation, Film und Interaktiven Medien zu »T4, keine Ahnung?«

• Ausarbeitung und Angebot pädagogischer Exkursionen zur ehemaligen NS-Tötungsanstalt Hartheim in Oberösterreich

(ev. verbunden mit Exkursion zum Konzentrationslager Mauthausen): Der ausgearbeitete  „Exkursionsplan“ soll künftig allen interessierten Schulen zur Verfügung stehen

• Anbringen mehrerer Bronzetafeln zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms im zentralen Erinnerungsort Straubings, im Ehrenmal Pulverturm; der künstlerische Entwurf der Gedenktafeln wird hierbei von Schülerinnen und Schülern der Abteilung Gestaltung der FOS/BOS Straubing entwickelt.

 

 

Die Ermordung von Menschen mit Behinderung durch die Nationalsozialisten  am Beispiel der Straubinger Pflegeanstalt

Adolf Hitler versuchte sein Ziel eines „Herrenvolkes“, das einmal Europa, wenn nicht sogar die Welt beherrschen sollte, nach der Machtergreifung Ende Januar 1933 nicht nur durch eine radikale antisemitische Politik zu realisieren. Auch behinderte und psychisch kranke Menschen störten als „minderwertige Elemente“ im rassistischen Weltbild der Nationalsozialisten und sollten als „unnützer Ballast“ der Gesellschaft und „lebensunwertes Leben“ „ausgemerzt“ werden.

 

Mit Kriegsausbruch 1939 erhielt das Vorgehen gegen Behinderte eine neue Dimension, verharmlosend „Euthanasie“, d.h. „guter Tod“ genannt. Auf Anordnung Hitlers wurde von Berlin aus die Ermordung der Behinderten planmäßig vorbereitet und durchgeführt, in der Nachkriegszeit nach der Tarnadresse in Berlin Tiergartenstraße 4 „T 4-Aktion“ genannt.

So wurden ab Oktober 1939 alle Heil- und Pflegeanstalten aufgefordert, für jeden Patienten einen Meldebogen auszufüllen, in dem neben den persönlichen Daten u. a. auch die Diagnose, die Therapie, die „Rassenzugehörigkeit“ und die Arbeitsfähigkeit angegeben werden mussten. Eine Kommission besuchte dann die Einrichtungen und prüfte die Pfleglingsakten; vom 28. bis 30. Juli 1940 weilte sie in der Straubinger Pflegeanstalt. Die Anstalten erhielten nach einiger Zeit „Transportlisten“ mit den Namen der zur Tötung vorgesehenen Pfleglinge – bei den kirchlichen und privaten Einrichtungen wurde hierbei zur Verschleierung erst der „Umweg“ über eine Einlieferung in staatliche Heil- und Pflegeanstalten gewählt. Ab Januar 1940 wurden die Behinderten dann systematisch in die neu eingerichteten sechs Tötungsanstalten verbracht. Für Bayern und Österreich war dies vor allem Schloss Hartheim bei Linz. Die Betroffenen wurden nach ihrer Ankunft in Hartheim unverzüglich auf den Weg zur Gaskammer geschickt. Die Behinderten, die das Schloss betraten, waren nach wenigen Stunden tot. Die Angehörigen erhielten erst nach einiger Zeit die Todesnachricht mit einem fingierten Sterbedatum, einer erfundenen Todesursache und dem Hinweis, dass aus seuchenpolitischen Erwägungen heraus der Verstorbene sofort eingeäschert werden musste.

 

Für die Pflegeanstalt Straubing wurde am 20. November 1940 die T4-Aktion bittere Realität: Die ersten 21 Pfleglinge, die auf Kosten des Landesfürsorgeverbandes Schwaben betreut wurden, mussten in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren überstellt werden. Am 1. April 1941 brachte man 100 Pfleglinge in die Heil- und Pflegeanstalt von Regensburg/Karthaus, 37 in das psychiatrische Krankenhaus Mainkofen. Weitere Transporte nach Regensburg und Mainkofen folgten, bis in der Anstalt, die im September 1941 zum Lazarett bestimmt worden war, nur noch etwa 80 Arbeitspfleglinge verblieben.

Am 24. August 1941 hatte Hitler die T4-Aktion gestoppt, da in der Bevölkerung eine wachsende Unruhe spürbar war, die Kirchen, insbesondere der Bischof von Münster Clemens Graf von Galen öffentlichen Protest erhoben. Doch die Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ ging weiter. In der „dezentralen“ bzw. „wilden“ Euthanasie kamen viele Patienten vor allem in den staatlichen Heil- und Pflegeanstalten durch Vernachlässigung, gelegentlich durch Medikamentenvergiftung ums Leben. Es gab aber noch eine Steigerung: Mit dem so genannten „Hungerkost-Erlass“ ordnete das Bayerische Innenministerium am 30. November 1942 die Abgabe von fettloser Kost an nicht arbeitsfähige Kranke und aussichtslose Fälle in den staatlichen Anstalten an.

 

Insgesamt kamen von 1940 bis 1945 in Deutschland bis zu 275.000 Behinderte und psychisch Kranke ums Leben, in Bayern etwa 23.000. Von den knapp 700 Jungen und Männern, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in der Straubinger Pflegeanstalt lebten, fielen geschätzt 360 der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer: Mindestens 130 vergast in Hartheim, etwa 230 umgekommen in der dezentralen Euthanasie.


Seit 2009 steht in der Straubinger Einrichtung ein Denkmal, das Bewohner und Betreuer in gemeinsamer Auseinandersetzung mit den erschütternden Vorgängen in nationalsozialistischer Zeit gestalteten mit der Inschrift und dem Ziel „Uns allen zur Mahnung“. Seit April 2013 ist mit den Stolpersteinen des Künstlers Günter Demnig für Ludwig Egner und Mathias Miehling vor dem Eingang der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder an der Äußeren Passauer Straße den Ermordeten stellvertretend Name und Gesicht gegeben. Im Pulverturm, dem 1963 eingeweihten Ehrenmal der Stadt Straubing für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, fehlt bisher eine Erinnerung an die Straubinger Pfleglinge.

 

Dr. Dorit-Maria Krenn

Stadtarchiv Straubing

 

Literaturhinweis:
Dorit-Maria Krenn, „Er sieht seinen Schutzengel an seiner Seite.“ 125 Jahre Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder in Straubing, in: Barmherzige Brüder Straubing 1884-2009, hg. v. Barmherzige Brüder gemeinnützige Behindertenhilfe GmbH, Straubing 2009, S. 33-115, bes. 65-91

Dorit-Maria Krenn, Sie waren unsere Nachbarn. Stolpersteine in Straubing 2008 und 2013, Straubing 2013, S.28-33

 

Workshop an der Fachakademie für Sozialpädagogik

Rechtsruck in der Gesellschaft - vom Parlament bis zur Kindertagesstätte

 (März 2019 / zum internationalen Tag gegen Rassismus)
Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf Kindergärten, Schule und Freizeiteinrichtungen: Kinder und Jugendliche radikalisieren sich und offenbaren rechte Inhalte, z. B. durch antisemitische oder rassistische Beleidigungen. Und auch der Umgang mit radikal rechten Eltern kann Mitarbeiter_innen vor neue Probleme stellen. Der Workshop setzt sich mit der aktuellen Situation und den Fragen, in der Erziehungsarbeit auseinander. Darüber hinaus sollen konkrete Fälle aus der Beratungspraxis gegen Rechtsextremismus im Bereich Kindertagesstätten und Pädagogik vorgestellt und diskutiert werden. Leitung: Julia Eder (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus) und Robert Andreasch (Autor, Sachverständiger und Journalist).

 

Bei Interesse an diesem oder ähnlichen Angeboten, bitten wir um Kontaktaufnahme unter: roman.schaffner@straubing.de

Gerne vermitteln wir Workshops oder Seminare in Ihre Einrichtung und sind bei der Konzeption, Organisation und Durchführung behilflich.

Vortrag von Judith Faessler

Judith Faessler wurde 1971 in Genf (Schweiz) von deutschen Eltern geboren. Ihre Kindergartenzeit verbrachte sie überwiegend in Kalifornien, ihre Schulzeit dagegen vollständig in Frankreich. Sie hat in München Orientalistik studiert und befasst sich beruflich seit vielen Jahren mit verschiedenen Ausprägungen des Extremismus. Judith Faessler ist verheiratet und Mutter von zwei Söhnen. Sie ist die Enkelin von Max Mannheimer, der als Überlebender der Shoah eine der prägenden Persönlichkeiten der Erinnerungskultur in Deutschland war. Er hat ihr vermittelt, sich für Demokratie einzusetzen.

 

Zum ersten Mal in der uns bekannten Geschichte bestimmen rigide Rollenverteilungen nach Geschlechtern nicht mehr eindeutig und absolut unser Leben. Vor 100 Jahren haben Frauen das Wahlrecht erkämpft und für uns die Basis der Demokratie geschaffen. Mittlerweile haben wir heute lebenden Frauen mehr Mitspracherecht, mehr Möglichkeiten, uns einzumischen und mitzugestalten, kurzum: mehr Freiheit. Mit dieser neuen Freiheit geht aber auch einige Unsicherheit einher. Daher erregt das Thema trotz weitgehend erreichter rechtlicher Gleichstellung (zumindest in Westeuropa) nach wie vor die Gemüter; dazu auch wegen der allgemeinen gesellschaftlichen Umbrüche.

 

Gerade weil es keine einfachen Lösungen gibt, wagt sich die Referentin zunächst an den gesellschaftlichen Iststand, gibt einen Überblick über die wesentlichen Themen und wirft Blicke über die Tellerränder hinaus:
In ihrem Vortrag spricht sie über:

• Das Patriarchat, eine Gesellschaft im Umbruch und die damit einhergehenden Probleme

• Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Gerechtigkeit

• Was können wir noch verändern und erreichen und wie?


Eine auch wissenschaftliche „Aufklärung“ gerade in Zeiten von erstarkendem Antisemitismus und Rechtspopulismus, besonders eine Bestandsaufnahme über den Stand der Geschlechter-Gerechtigkeit, mut- und kraftspendend zum wahren Widerspruch und zum Einsatz für unsere Demokratie.

Ausstellung: Schalom Straubing

Das „jüdische Leben mit allen Besonderheiten und allen Banalitäten“ will  Fotografin und Kulturförderpreisträgerin Franziska Schrödinger  in ihrer Dokumentation „Schalom Straubing“ widerspiegeln. Die Fotoausstellung, die im Rahmen von „Wir sind Straubing“ entstanden ist,  wird  ab 22. Januar 2019 in der Stadtbibliothek präsentiert.
Unterstützung bekam die junge Künstlerin von Alexandra Roszkowski, die mit einigen Akteur_innen Biografie-Gespräche geführt hat, deren Ergebnisse in Textform Teil der Ausstellung sein werden.
Beeindruckende Aufnahmen sind 2017 und 2018 entstanden – die gebürtige Straubingerin Franziska Schrödinger hat die Menschen der jüdischen Gemeinde viele Wochen lang begleitet. Nicht nur bei besonderen Anlässen, sondern auch im Alltag. Und genau das macht die Stimmung aus, die von den Fotos ausgeht: Die Momentaufnahmen, die das jüdische Leben im Hier und Jetzt zeigen.
„Meine Arbeit soll einen emotionalen Eindruck des Gemeindelebens widerspiegeln. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Erklärung von Feiertagen, umfassende Information“, beschreibt die Fotografin ihren ganz besonderen Zugang zur Thematik. Deshalb werde auch die Präsentationsform „auf keinen Fall wie in einem Museum“  sein. Vielmehr soll ein intensiver Austausch ermöglicht werden. So werden ein Großteil der Bilder beispielsweise auf Pulten ausgelegt, damit die Besucher die Werke aus der Nähe betrachten können.
Für Franziska Schrödinger, Jahrgang 1991, war dieses Projekt selbst ein Experiment, wie sie zugibt: „Anfangs war ich nervös.“ Mit dem Thema Judentum habe sie bisher hauptsächlich in der Schule zu tun gehabt, umso spannender habe sie es gefunden, dass sie sich nun intensiv damit beschäftigen und die Menschen vor Ort kennenlernen konnte. Schnell sei eine Vertrauensbasis geschaffen worden und sie  konnte die Menschen der jüdischen Gemeinde bei ihren Aktivitäten begleiten. Zum einen seien dabei Portraits von Verantwortlichen in der Gemeinde entstanden, zum Beispiel dem Rabbi, dem Hausmeister, der Religionslehrerin oder der Sozialarbeiterin. Zum anderen habe sie aber auch interessiert: „Wie sieht das Gemeindeleben aus?“ Und so hat sie die Mitglieder verschiedener Gruppen begleitet und ihre Aktivitäten festgehalten, wie zum Beispiel die Kindertheatergruppe. Auch an einem Gemeindeausflug hat sie teilgenommen. Mit ihrer Dokumentation will sie zeigen: „Auch wenn man in einer Welt fremd ist, kann man den Betrachter mitnehmen.“ Vor allem, weil man dann auch schnell merke: „So fremd ist das alles gar nicht.“ Im Gegenteil: In den meisten Situationen erkenne man sich schnell wieder.  
Es war es wichtig, dieses Projekt von jungen Menschen gestalten zu lassen und einen gegenwartsbezogenen Zugang zur jüdischen Gemeinde zu finden. Sie ist ein lebendiger Teil der Stadtgemeinschaft.

Kinder lieben und achten

 Itzchak Belfers Bestseller "The Man Who Knew How To Love Children" liegt nun auch in deutscher Sprache vor.  Interessierte können sich unter roman.schaffner@straubing.de melden. Eine kostenlose Entleihe für Schulen, Kindertageseinrichtungen ist möglich.


Itzchak Belfer ist einer der letzten Zöglinge Janusz Korczaks. Er lebt heute als anerkannter Künstler in Tel Aviv. Siegfried Steiger, Belfers Feund und Vorsitzender der Deutschen Korczak-Gesellschaft übernahm die Aufgabe, das Buch in deutscher Sprache herauszugeben. Die Straubinger Partnerschaften für Demokratie sowie die Israelitische Kultusgemeinde der Stadt Straubing unterstützten dieses wichtige Projekt, zum Gedenken an den Vater der Kinderrechte, Dr. Janusz Korczak.

 

Itzchak Belfer: Warum ich dieses Buch geschrieben habe...
Vor vielen, vielen Jahren, im vergangenen Jahrhundert kannte ich einen besonderen und außergewöhnlichen Mann. Einen Mann, den ich niemals vergessen werde. Sein Name war Dr. Henryk Goldszmit. Dr. Goldszmit lebte in Warschau, in Polen. Er war Kinderarzt, Erzieher und ein sehr bekannter Schriftsteller, der seine Bücher unter dem Pseudonym (Schriftstellernamen) Janusz Korczak schrieb. Da seine Bücher sehr bekannt waren, nannte ihn jeder bald – Dr. Janusz Korczak. Und so wollen wir ihn auch in dieser Geschichte nennen.
Nun, warum möchte ich euch von ihm erzählen? Der Grund ist, weil ich einer von ein paar hundert Waisenkinder war, die das Glück hatten, von diesem wundervollen Mann aufgezogen zu werden. Er liebte Kinder und verstand sie, wie das noch nie irgendjemand vor ihm vermochte. Und bald wird auf dieser Welt niemand mehr übrig sein, der ihn als Kind kannte. Ich glaube, dass es für die heutigen Kinder sehr wichtig ist, zu wissen, wer Janusz Korczak war und warum jedes Kind, das das Glück hatte, ihn zu kennen, ihn niemals vergessen wird. Dr. Korczak, der Jude war, schrieb viele Bücher über die Not, die Kinder erfuhren – im Besonderen, jüdische Waisenkinder. Er träumte davon, den Waisen ein Zuhause zu bauen – und dieser Traum wurde durch die Unterstützung einer jüdischen Organisation wahr. Sie nannte sich „Hilfe für Waisen“. Durch die vielen gesammelten Spenden konnte ein neues Waisenhaus für jüdische Kinder gebaut werden. Das liegt nun schon über hundert Jahre zurück. Im Jahr 1912 konnten 85 Kinder ihr neues Zuhause beziehen, begleitet von Dr. Janusz Korczak, mit Fräulein Stefa Wilczynska an seiner Seite. Sie war die „Cheferzieherin“. Das Haus war wunderschön und groß, mit Stockwerken. In ganz Polen gab es kein vergleichbares Haus! Die Träume des Doktors begannen langsam Gestalt anzunehmen: Eine neue Welt für diese jungen Bewohner zu schaffen, die zum großen Teil keine Mutter und keinen Vater mehr hatten.
Auch ich wuchs dort auf. Dort bekam ich, was keine andere Schule der Welt einem Kind wie mir hätte geben können. Als ich dort ankam, war ich ein sieben Jahre alter Bub, und ich verließ das Haus mit fünfzehn – praktisch als junger Mann. Nun erzähle ich euch über diese wunderbare Zeit in meinem Leben.

Siehe unten rechts: Cover der englischen Ausgabe


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Highlights 2018

Konzert 100% No Racism

Mit 100% NO RACISM verabschieden sich die Straubinger Partnerschaften für Demokratie aus dem Jahr 2018. Herzlichen Dank an "Kreisverkehrt" & "A Cereal Killer".Nicht nur für die Musik, sondern auch für's Haltung zeigen!

Wir danken Alfred Dick, für die lange währende & prima Zusammenarbeit & Unterstützung! 1000 Dank an Ulli Scharrer, der den Abend mit seiner Kamera formidabel dokumentiert hat.

Link zu den Konzertfotos von Ulli Scharrer

 

m Doppelpack gegen die Verblödung des Abendlandes

mit gesunder Härte und noch mehr Spaß gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus!
Die Straubinger „Partnerschaften für Demokratie“ präsentieren zum Abschluss der „Staaden Zeit“ ein gar nicht so „staades“ Doppelpack mit zwei Bands aus dem Straubinger Raum, bei denen es kräftig zur Sache geht. Schließlich wollen wir so kurz vor den Feiertagen nicht allzu besinnlich zu werden und vor allem wollen wir nicht vergessen, dass der in letzter Zeit aufkeimende Nationalismus und Rassismus entschieden bekämpft werden muss. Um die Rettung des Abendlandes nicht komplett dem rechten Mob zu überlassen und die zunehmende Verblödung in manchen Kreisen zu stoppen, zeigen wir an diesem Abend deshalb gemeinsam mit den zwei Straubinger Bands „A Cereal Killer“ und „Kreisverkehrt“ klare Kante gegen jegliche Art von Rassismus und Intoleranz, wobei aber auch auf keinen Fall der Spaß zu kurz kommen wird!

A Cereal Killer
Schlecht gelaunt, unzufrieden mit dem System, brachial und aggressiv. So stellt man sich eine typische Punkband vor.
A Cereal Killer aus Straubing tanzt in dieser Hinsicht jedoch völlig aus der Reihe. Denn den vier sympathischen Jungs Pille, Manu, Winti und Flow geht es nicht um den ganzen Standardmüll, sondern vor allem um eines - Musik!??Mit ihrem fröhlichen und mitreißenden Pop-Punk Melodien wissen sie stets das ganze Publikum zu begeistern (und das nicht nur On-Stage). Euch erwartet ein Feuerwerk an Emotion, Explosivität, Spaß und authentischer Musik, ganz ohne Computer und Autotune -kurzum ein grandioser Konzertabend.??Vorbeischauen lohnt sich also ! Die Jungs sind stets über jeden erfreut, der kommt!

Kreisverkehrt
Die etablierte Straubinger Band Kreisverkehrt steht für handgemachten Rock gepaart mit tanzbaren Funk-Elementen. Vergleiche wurden bereits mit den RHCP, Jan Delay oder auch Rage against the Machine angestellt.
Doch ohne Druck kommerziell klingen zu müssen, setzen die vier Musiker bewusst auf ihre eigenen musikalischen Vorlieben: Erdige Grooves, scharfe Gitarren und eingängige Melodien, welche die kleinen Geschichten des Lebens erzählen.
Um dabei glaubhaft und authentisch zu klingen, liefern sie ihre Texte auf niederbayerisch, ihrem Heimatdialekt.
Der Titel ihrer aktuellen CD „Weihnachten, Ostern, Houzad, FC Bayern“ sagt es bereits: Tom, Simon und die beiden Philipps finden immer einen Grund zu feiern – Und am liebsten tun sie dies auf der Bühne vor begeistertem Publikum!

Demokratieerziehung mit König Macius

2018/12/03 WARSCHAU - Museum der Geschichte der polnischen Juden...

...zu einer exklusiven Ausstellungsbesichtigung von "King Matt's Poland", auf Einladung von Iwona Chmielewska. Von ihr stammen die Illustrationen der Ausstellung, die Janusz Korczaks Kinderbuch-Klassiker lebendig werden lassen. Die Ausstellungskuratorin Dr. Tamara Sztyma nahm sich viel Zeit, um uns zur Entstehung und zur Konzeption der Ausstellung zu berichten. Wir können nur jedem empfehlen, sich die Ausstellung anzusehen. Sie ist wirklich großartig, in jeglicher Hinsicht. Visuell, didaktisch, konzeptionell - und künstlerisch sowieso!

bis 01.07.2019 ist im POLIN-Warschau (Museum der Geschichte der polnischen Juden) Die Ausstellung wurde zum 100. Jahrestag der Wiedererlangung von Polens Unabhägigkeit konzipiert. Demokratieerziehung ist Thema der Ausstellung. Anhand von Janusz Korczaks Kinderbuchklassiker "König Macius der Erste" wird das Thema transportiert. Teil 1 der Ausstellung greift die Geschichte des Buches auf. Iwona Chmielewskas Illustrationen ergänzen Korczaks Texte (Polnisch & Englisch) kongenial. Die großformatigen Bilder und das interaktive Konzept lassen die Besucher tief in die Geschichte eintauchen. Ein emotional berührendes Erlebnis.
Teil 2 der Ausstellung im POLIN ist modern, und läßt sowohl Kinder als auch Erwachsene spielerisch / interaktiv erfahren, wie Demokratie funktioniert. Alles steht im engen Kontext zu Janusz Korczaks Pädagogik & König Macius. Sehr interessant sind auch die historischen Fotos und Exponate von und um Janusz Korczak, wie z.B. eine Erstausgabe des Buchs "König Macius der Erste", von 1923. Auch Korczaks Brille ist zu sehen, die normalerweise im Korczakianum (ehemaliges Waisenhaus "Dom Sierot") aufbewahrt wird.

 

Homepage POLIN  Ausstellung - "In King Matt’s Poland. The 100th Anniversary of Regaining Independence"

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Demokratiekonferenz

"50 Jahre 1968 - Einflüsse auf demokratische Entwicklungsprozesse - Eine Analyse“
Schüler*innen des JTG und Studierende der FAKS werden den Entwicklungsprozess generationsbezogen sowie aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten und im Forum diskutieren.
Im anschließenden Freistunde-Talk soll die Rolle der Kunst im Fokus stehen. Ein generationsübergreifender Dialog unter Künstler*innen aus zwei Ländern, über Ihre persönlichen Wahrnehmungen, Erlebnisse und die Rolle der Kunst als politisches Instrument.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Freistunderedaktion des Straubinger Tagblatts, dem Johannes-Turmair-Gymnasium, sowie der Fachakademie für Sozialpädagogik der Ursulinenschulstiftung statt.

Gäste im Freistunde-Talk
- Prof. Witold Chmielewski - emeritierter Fakultätsleiter für Bildende Kunst an der Kopernikus-Universität Torun (PL),
- Erich Gruber - Vorsitzender der Gemeinschaft Bildender Künstler in Straubing und Schulleiter an der Volksschule St. Josef,
- Adriana Omylak - Studentin der Buchillustration in Krakau (PL)
- Franziska Schrödinger, Fotografin und Kulturförderpreisträgerin (D)

Iwona Chmielewska Hommage an Janusz Korczak

Musikalische Lesung mit Iwona Chmielewska & d'bänd

Iwona Chmielewska - Hommage an Janusz Korczak


Bereits seit Jahren pflegt Iwona Chmielewska engen Kontakt zu Straubing und hat im Laufe der Zeit viele Projekte und Veranstaltungen geprägt. Chmielewska gilt international als eine der bedeutendsten Bilderbuch-Illustratorinnen der Gegenwart. Sie ist ein Star, der weltweit gefragt ist und als einzige Künstlerin ihrer Art bereits zweimal mit dem „Oscar“ der Bilderbuch-Illustration, dem „Bologna Ragazzi Award“ ausgezeichnet wurde.

Der Abend mit Iwona Chmielewska und ihrem preisgekrönten Werk „Blumkas Tagebuch“ verspricht Besonderes. „Blumka“ wird in der polnischen Originalfassung sowie von Iwona Roszkowski in deutscher Sprache vorgestellt. Der kurze Dokumentarfilm "Von Zeit zu Zeit" eröffnet den Abend. Hierin beschreibt Chmielewska ihren Weg, der sie zu Janusz Korczak und schließlich zu Blumka führte. Die Künstlerin gibt bewegende Einblicke in die sehr emotionale Arbeit am Buch das sich mit dem Wirken Janusz Korczaks sowie den Kindern im Waisenhaus „Dom Sierot“ beschäftigt. Nicht zuletzt ist „Blumkas Tagebuch“ ein Plädoyer für die Kinderrechte, die der polnische Arzt, Pädagoge und Schriftseller Janusz Korczak bereits vor mehr als 100 Jahren formulierte, und zu einer der Grundlagen für die UN Kinderrechtskonvention wurden. Illustratorisch und gestalterisch trägt „Blumkas Tagebuch“ die unverwechselbare Handschrift Chmielewskas. Das Eintauchen in die Kinderwelt geschieht leise, mit viel Liebe zum Detail. Es finden sich eine Vielzahl von Metaphern, die sich erst nach und nach erschließen. Manche bleiben vielleicht auch verborgen. Neben großer Illustrationskunst sind es aber auch die wenigen, kleinen Worte, die Großes sagen. Die Texte zu den einzelnen Episoden formulieren nicht mehr und nicht weniger, dass Kinderrechte, Menschenrechte sind. Chmielewska tut dies jedoch in ihrer sehr eigenen Art - subtil und hintersinnig. Es sei ausdrücklich erwähnt, dass dieses besondere Buch sowohl für Kinder als auch für Erwachsene wertvoll ist.
Den musikalischen Rahmen, mit zum Teil eigens komponierten Liedern und Instrumentalstücken, gestaltet „d'bänd“. Zwischen den aus Wels und Straubing stammenden Musikern und Iwona Chmielewska besteht seit langem eine künstlerische und freundschaftliche Verbundenheit. Für Straubing ist diese trilaterale Kombination eine Premiere. Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es die Möglichkeit Fragen an Iwona Chmielewska zu richten, oder sich Bücher signieren zu lassen.?

Samstag, 24.11.2018 / Einlass 19:30 Uhr

Gemeindesaal der israelitischen Kultusgemeinde Straubing

Filmdokumentation "Von Zeit zu Zeit"  / Podróz w czasie

In deutscher Sprache

in polnischer Sprache

Fotos: Franziska Schrödinger

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Plädoyer für die Rechte der Kinder

Ein ganz besonderes Kunstwerk findet im Johannes-Turmair-Gymnasium künftig ein Zuhause. Es stammt von der mehrfach ausgezeichneten und international erfolgreichen polnischen Bilderbuch-Illustratorin Iwona Chmielewska, die zusammen mit ihrem Mann Prof. Witold Chmielewski damit ein Plädoyer für Kinderrechte geschaffen hat. Es zeigt auf der einen Seite den polnischen Arzt, Pädagogen und Waisenhausdirektor Janusz Korczak und auf der anderen Seite seine Waisenkinder. 1942 sind Korczak und 200 Kinder im Vernichtungslager Treblinka ermordet worden. Die beiden Bilder werden durch eine Wäscheleine verbunden, an der aber keine Wäsche, sondern verschiedene Kinderrechte hängen. „Die Rechte der Kinder sollen nie vergessen werden“, betonte die Künstlerin bei der offiziellen Übergabe in den Räumen des Jugendamtes, an der neben dem Künstlerehepaar auch Bürgermeisterin Maria Stelzl, Vertreter der Stadt Straubing, eine Delegation des Johannes-Turmair-Gymnasiums mit stellvertretendem Schulleiter Markus Sabinsky sowie der Bildungsstätte St. Wolfgang mit Schulleiterin Maria Welsch und weitere Gäste teilnahmen. Das Mehrteilige Bild,mit Motiven aus Chmielewskas Buch „Blumkas Tagebuch“ ist kein Bild, das man aus der Distanz betrachtet, sondern ist interaktiv, zum Anfassen und ergänzen. Bürgermeisterin Maria Stelzl zeigte sich sehr beeindruckt von dem Kunstwerk und bedankte sich im Namen der Stadt bei der Künstlerin für das großzügige Geschenk, das tiefen Eindruck hinterlasse. Große Anerkennung sprach sie Roman Schaffner und Zvonimir Pervan für ihr Engagement im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ aus. Die lange Zusammenarbeit mit Iwona Chmielewska sowie die Überreichung des Kunstwerks geht auf die Initiative von Projektleitung Iwona Roszkowski zurück, die seit vier Jahren mit Kindern des Nardiniheims einen Projektzyklus zu Janusz Korczak umsetzt, der internationale Beachtung findet. Alle Kinder, die beim heutigen Termin im Jugendamt anwesend waren, bekamen von Iwona Chmielewska ein individuell gestaltetes und handsigniertes Buch überreicht.

 

Bilder vom Workshop

Filmprojekt 400 Augn / 400 Oczu

Illustrationen von Adriana Omylak


„Kunst bewegt“ – davon ist auch die 20-jährige Adriana Omylak aus Polen überzeugt. Beim Freistunde-Talk berichtete sie von ihren Erfahrungen als Studentin in Krakau. Sie will nach ihrem Studium als Bilderbuchillustratorin arbeiten. Wir wollten wissen, wie sie auf diesen Berufswunsch gekommen ist.

Adriana, Du studierst im dritten Semester Grafik an der Kunstakademie in Krakau. Was fasziniert dich an der Kunst?
Ich habe schon in der zehnten Klasse gewusst, dass ich das studieren möchte. Mich hat schon als Kind die Verbindung von Texten und Bildern fasziniert. Ich habe so viel gelesen, dass mir oft die Bücher ausgegangen sind. Ich habe mir dann einfach selbst welche ausgedacht – und illustriert. Als Jugendliche entdeckte ich dann den besonderen Reiz von Bilderbüchern und Graphic Novels.

Woher nimmst Du Deine Ideen für Deine künstlerischen Werke?
Eine meiner größten Inspirationen ist bis heute die polnische Bilderbuch-Illustratorin Iwona Chmielewska. Ihre Art, Geschichten zu erzählen, empfinde ich als einzigartig. Ich möchte sie allerdings nicht kopieren, sondern eigene Wege gehen. Die unendliche Quelle meiner Ideen bleibt meine Heimat. Ich bin auf einem Bauernhof mit vielen Pferden aufgewachsen. Ein entscheidender Punkt war, als mir mein Vater ein Bilderbuch mitbrachte, in dem viele Tiere abgebildet waren. Hier wurden für mich die drei Hauptelemente sichtbar: das Wort, die Illustration und schließlich der Bauernhof. Zum Beispiel habe ich vergangenes Jahr ein Fotoprojekt unter dem Titel „Zurück zu den Wurzeln“ gestaltet.

Viele Künstler haben heutzutage Probleme, von ihrer Kunst auch leben zu können. Wie gehst Du mit dieser Herausforderung um?
Mir ist klar, dass das schwierig wird. Ich merke auch bereits jetzt im Studium, dass es ganz deutlich auf die Themen ankommt, die man wählt. Wer aktuelle politische und soziale Themen aufgreift, ist populär und verdient damit auch Geld. Andere Projekte, die vielleicht aus künstlerischer Sicht besser sind, kommen weniger an.

Hier in Straubing illustrierst du im Rahmen der Partnerschaften für Demokratie einen Musikclip zu dem Lied „400 Augn“ von d‘bänd, das sich mit dem polnischen Waisenhausdirektor Janusz Korczak beschäftigt, der 1942 mit rund 200 Kindern im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde. Was bedeutet das für Dich?
 Ich habe Janusz Korczak bereits in meiner Schulzeit kennengelernt.  Je mehr ich mich mit ihm beschäftige, desto mehr imponiert mir, wie sehr er sich damals für die Kinder eingesetzt hat. Er war ein Vorreiter in Sachen Kinderrechte. Es ist eine große Ehre, dass ich das Lied illustrieren darf. Aber das ist auch etwas, das ich in meinem Studium gelernt habe. Ich hätte nicht gedacht, dass man in der Kunst so viel nachdenken muss. Aber wenn die Idee nicht gut ist, wird die Zeichnung nichts. Das größte Lob eines Professors ist daher für mich nicht, wenn er sagt, das hast du gut gezeichnet, sondern wenn er sagt, dass eine gute Idee dahintersteckt. Und das versuche auch hier umzusetzen.

 

Film 400 Augn / 400 Oczu

Für Janusz Korczak 
Arzt, Schriftsteller, Pädagoge, Waisenhausvater,  Vater der Kinderrechte, Bettler für das Brot von  200 Kindern im Warschauer Ghetto.  Praktischer Humanist - Mensch!  Ermordet in Treblinka, im August 1942.

400 Augn / 400 Oczu

Zukunftsorientierte Demokratiearbeit durch Erinnern

Eines der Schwerpunktthemen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie ist seit jeher eine intensive Erinnerungsarbeit. Eine Zwischenbilanz, in Form einer umfangreichen Dokumentation ist zwischen dem 06.11. und dem 16.11.2018 in der Stadtbibliothek zu sehen.

„Wer Erinnerungskultur mit Etikettierungen wie „Das Pflegen eines Schuldkults“ versieht, hat nichts kapiert. Aus der Geschichte zu lernen, heißt, Perspektiven zu entwickeln, die zukunftsorientiert sind, und soll einen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben leisten. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei unverzichtbare Demokratie- und Gegenwartsarbeit“.

Die rund 25 Exponate der Ausstellung dokumentieren Themen, Orte und Personen, die in der langjährigen Arbeit prägend waren. Im Laufe der Zeit konnten sich die Straubinger Projekte durchaus Anerkennung verschaffen, die bis ins Ausland reicht. Die Zusammenarbeiten mit der Internationalen Jugendbildungsstätte Oswiecim, dem Korczakianum in Warschau, der Gedenkstätte Mauthausen, der Deutschen-Korczak-Gesellschaft u.v.m. belegen dies. Die Projektumsetzungen reichen von Exkursionen, dem Umgang mit Neuen Medien, Vorträgen und Zeitzeugengesprächen, bis hin zur Zusammenarbeit mit international renommierten Expert*innen und Künstler*innen. Filmarbeiten wie „Aus für Mauthausen?“, das mit dem Medienkulturhaus der Partnerstadt Wels entstand, können während der Ausstellung via Qr-Code direkt auf das Smartphone gestreamt werden.Wichtigste Prämissen im Themenfeld seien stets Nachhaltigkeit, alternative Formen der Auseinandersetzung und der Inklusionsgedanke gewesen. Deshalb habe man bei den vielen Projekten sehr intensiv mit dem Nardiniheim an der Bildungsstätte St. Wolfgang zusammengearbeitet.
Auch zukünftig wird Erinnerungsarbeit stattfinden. Es gibt eine Reihe von Projekten, die gerade konkretisiert werden. U.a. wird man sich dem Thema Euthanasie während der Zeit des Nationalsozialismus widmen.
Bereits am 24.11. wird Iwona Chmielewska für eine musikalische Lesung zu „Blumkas Tagebuch - Eine Hommage an Janusz Korczak“ in der Israelitischen Kultusgemeinde zu Gast sein. Chmielewska, gilt als eine der bedeutendsten Bilderbuch-Illustratorinnen der Gegenwart.

Aus für Mauthausen?

Ein Filmprojekt in Kooperation mit der Mittelschule St. Stephan (Straubing), dem Gymnasium an der Schauerstraße (Wels), dem Medeienkulturhaus der Stadt Wels, der Gedenkstätte Mauthausen sowie dem Mauthausen Komitee.

 

zum Film

Gypsy-Jazz & More im Raven

Zeichen gegen Antiziganismus

Alfred Dick und die Straubinger Partnerschaften für Demokratie setzen die äußerst erfolgreiche Konzertreihe im Raven fort. Auch diesmal arbeitet man mit den Ausnahmemusikern David und Danino Weiss zusammen. Weltklasse-Musik und ein klares Statement gegen Antiziganisums ist die Devise. Special Guest: Ismail Reinhardt!

Ismael Reinhardt - der Name weckt bereits die richtigen Assoziationen: Tatsächlich kommt Ismael Reinhardt aus einer Familie, die schon viele bekannte Musiker  hervorgebracht hat – wie den zur Legende gewordenen Django Reinhardt. Bereits im zarten Alter von 6 Jahren spielte er Gitarre und Geige. Seine Karriere begann mit 12 Jahren, als er zu seinem ersten Jazz Festival eingeladen wurde. Schnell erweiterte er sein Können und lernte neben weiteren Instrumenten auch das Singen wo ihn Frank Sinatra sehr Beeinflusst hat. Egal, in welchem Rahmen der Multiinstrumentalist auch auftritt, begeistert er sein Publikum. Auch Internationale Musikerkollegen schätzen ihn als Gitarristen, Sänger und Komponisten. Ismael Zählt Heute zu den Besten und Erfolgreichsten Jazz Sängern und Gitarristen Europas. Er hat seinen eigenen, unverkennbaren Stil gefunden. Mit bekannten Songs aus dem Jazz- und Swingbereich und dem funkigen Touch seiner eigenkomponierten Stücke zieht er das Publikum in seinen Bann. Er nimmt es mit, auf eine unvergessliche Reise durch seine vielfältige Klangwelt. David & Danino Weiss - das Quartett um den Akkordeonisten David und den Pianisten Danino aus der berühmten Musikerfamilie Weiss.
2015 wurde ihnen der damals erstmalig vergebene „Schnuckenack-Reinhard-Preis“ verliehen. Trotz ihrer Jugend sind beide reife  Musikerpersönlichkeiten, die sich in ihrer Musik nicht durch Effekthascherei, sondern durch die Essenz der Musik ausdrücken! David & Danino Weiss haben bei den Renommierten Platten Label GLM aus München ihr Aktuelles Album Vorgelegt mit auf dem Album haben sie den zweifachen Echo Jazz Preisträger Giovanni Weiss aus Hamburg. Auch mit Till Brönners Festival auf Sylt konnte David Weiss bereits mitwirken. Auf der CD sind Stücke, die man nicht unbedingt sofort mit “ Gypsy-Jazz“ in Verbindung setzt, Einige Stücke stammen aus eigener Feder. Die Arrangements sind modern. Man blickt musikalisch nach vorn, und nicht romantisch verträumt in die Vergangenheit. Unterstützt werden die beiden außergewöhnlich talentierten Musiker von einer Sidemen, die allesamt schon auf lange Karrieren im Musikgeschäft  zurückblicken können.

Europa sind wir! Europa to my! (2018/19)

JTG-Schüler in Warschau

Das Motto, das zunächst nach fehlerhaftem Englisch aussieht, bedeutet auf Polnisch „Wir sind Europa!“ und begleitete symbolisch die Warschaufahrt von neun Schülern des Johannes-Turmair-Gymnasiums, die in der polnischen Landeshauptstadt mit gleichaltrigen Gymnasiasten eine Demokratiekonferenz abhielten. Als Vorläufer dieses Projekts hatte unter der Schirmherrschaft des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ bereits im Jahr 2017 eine solche Konferenz - allerdings ohne Jugendliche aus Polen - an der Straubinger Schule stattgefunden. Zum Teil war sie von derselben Gruppe gestaltet worden, die sich am 18. September auf den fünftägigen Trip nach Warschau, in die pulsierende Metropole unseres größten östlichen Nachbarlandes, machte.
Das Begegnungsprojekt begann gleich am ersten Tag mit einer gemeinsam mit den polnischen Partnern unternommenen Erkundung der - bei schönstem Spätsommerwetter - traumhaften Warschauer Altstadt. Auch die ersten kulinarischen Eindrücke vom Gastland begeisterten die Straubinger und machten den Stress des Hinflugs vergessen.
Der zweite Tag in Warschau stand dann bereits im Zeichen der Demokratiekonferenz, die fraglos den Höhepunkt des Austauschprogramms darstellte. Vormittags arbeiteten die Jugendlichen miteinander in Projektgruppen zu Themen wie „Identität als Europäer“, „Gefahren für die Demokratie in den Staaten der EU“ und „Die Zukunft Europas: Wie wollen wir in 20 Jahren leben?“ Die feierliche Veranstaltung am Nachmittag gab den Jugendlichen aus beiden Ländern Raum, die Ergebnisse ihrer Projektarbeit vorzustellen und zu diskutieren. Eingerahmt wurde dieses Konferenzformat durch stimmungsvolle Gedichtrezitationen von Olgierd Lukaszewicz, dem Vorsitzenden des polnischen Schauspielerverbands und Träger des Bundesverdienstkreuzes, der sich leidenschaftlich für den demokratischen Dialog in einem offenen Europa einsetzt. Er brachte den anwesenden Jugendlichen Gedichte des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz in zwei Sprachen zugleich näher. Und nicht zuletzt beehrte Prof. Karol Czejarek, ehemaliges polnisches Regierungsmitglied, Universitätslehrer, Herausgeber und vor allem der Initiator des deutsch-polnischen Begegnungsprojekts, die Demokratiekonferenz durch seine Anwesenheit und sprach eindringliche Abschlussworte, die den anwesenden Teilnehmern unterschiedlichster Generationen den Wert der europäischen Integration als Friedensprojekt vor Augen hielten.
Die weiteren Tage standen unter dem Zeichen der Geschichte der Völkerbegegnung, aber auch der Unterdrückung von Freiheits- und Menschenrechten im leidgeprüften Polen der Neuzeit: Am Donnerstag, dem dritten Exkursionstag, führte ein Ausflug nach Lodz ins renommierte Marek-Edelmann-Zentrum die Lerngruppe auf die Spuren des Nebeneinanders von Polen, Deutschen, Russen und Juden in vergangenen Jahrhunderten. Am Folgetag besuchte man das international gelobte Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau, POLIN, sowie nachmittags das ehemalige Waisenhaus Dom Sierot, das sich heute der Forschung zu dem bedeutenden Reformpädagogen und tragischen Opfer des Völkermordes an den europäischen Juden, Janusz Korczak, verschrieben hat. Marta Ciesielska, die Leiterin dieser beeindruckenden Forschungs- und Bildungsinstitution, trat mit den Jugendlichen aus Straubing und Warschau in einen herausfordernden Austausch und brachte sie dazu, die Grundlagen unserer Werteordnung und unserer Vorstellungen von Freiheit und friedlichem Miteinander zu reflektieren. Die Ausrichtung auf die Gebote der Menschenwürde und die Frage nach dem Wesen der Demokratie als einzige Herrschaftsform, die der Bestimmung des Menschen gerecht zu werden vermag, fanden - als Leitthemen des gesamten Austauschprogramms - in Marta Ciesielskas eindrücklichen Fragen die trefflichste Verbindung.

Am Abreisetag schließlich fügte sich als letzter Schwerpunkt schlüssig in das Austauschprogramm der erschütternde Bericht der Zeitzeugin Katarzyna Meloch, die den Jugendlichen von ihren Erlebnissen als jüdisches Opfer der erbarmungslosen deutschen Besatzungspolitik während des Zweiten Weltkriegs in Polen erzählte. So zeigte sich bei dem deutsch-polnischen Demokratieprojekt beispielhaft, wie aus der Betroffenheit über die Schrecken der Geschichte des 20. Jahrhunderts die Bereitschaft zur bewussten Übernahme von Verantwortung für eine friedliche Zukunft im Geiste der Völkerverständigung und der Solidarität erwachsen kann und welche Chance Gesellschaften leichtfertig verspielen, die sich vom fatalen Rausch einer nationalistischen Abschottung verführen lassen. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit den Straubinger Partnerschaften für Demokratie statt, die an der Organisation und inhaltlichen Planung beteiligt waren. Wertvolle Unterstützung erfuhren wir während der gesamten Vorbereitung durch Iwona Roszkowski. Hierfür möchte wir ihr unseren Dank aussprechen. (Text: OStR Wolfgang Sättler / StD Markus Sabinsky)

Europa Sind Wir! Europa To My! (2018/19)

Turmair-Schüler als „Botschafter“ des europäischen Gedankens
Zweites Deutsch-polnisches Demokratieprojekt in Kooperation mit dem Lyzeum Adam Mickiewicz (Warschau)

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres 2018/19 brechen zehn Schülerinnen und Schüler des Johannes-Turmair-Gymnasiums in Begleitung von Geschichte-Fachreferent OStR Wolfgang Sättler und stellvertretendem Schulleiter StD Markus Sabinsky zu einer spannenden Reise auf: In Warschau verbringen sie eine knappe Woche mit Gleichaltrigen, um unter dem Motto „Europa to my – Europa sind wir“ gemeinsam über wesentliche Fragen der Entwicklung der Demokratie im Europa der Gegenwart zu diskutieren und sich in zahlreichen Aktivitäten der gemeinsamen Geschichte und der daraus erwachsenden Verantwortung für die Zukunft bewusst zu werden.  Ziel dieser Zusammenführung politisch interessierter polnischer und deutscher Jugendlicher zum Zweck des lebendigen und problemorientierten Austauschs und der persönlichen Annäherung ist es, Reflexionsprozesse anzuregen und zur politischen Bildung sowie zur Wertschätzung der Demokratie und zur bewussten Ausbildung eines europäischen Gemeinschaftsgefühls beizutragen.

Bereits im März 2017 wurde durch eine Lerngruppe von JTG-Schülern eine der interessierten Straubinger Bürgerschaft geöffnete erste Demokratiekonferenz durchgeführt, an der das ehemalige polnische Regierungsmitglied Prof. Dr. Karol Czejarek (Germanist, Übersetzer, Universitätslehrer und Autor) teilnahm. Dieser gab auch den Anstoß zu einem Ausbau des Projekts und stellte den Kontakt zur Partnerschule her.

Neben dem thematischen Zentrum des diesjährigen Treffens, der zweiten Demokratiekonferenz der Schüler am Adam-Mickiewicz-Lyzeum unter Teilnahme von zahlreichen Vertretern des Warschauer Kulturlebens (z.B. der Vorsitzende des polnischen Schauspielerverbandes Olgierd Lukaszewicz), sind verschiedene Programmpunkte geplant: ein Workshop zur Demokratieerziehung an der Marek-Edelmann-Akademie in Lodz ein Besuch in der Ausstellung im ehemaligen Waisenhaus des Reformpädagogen und Holocaust-Opfers Janusz Korczak, eine Führung durch das „POLIN“ (Museum der Geschichte der polnischen Juden auf dem Terrain des ehemaligen jüdischen Ghettos) sowie eine Erkundung der geschichtsträchtigen Warschauer Innenstadt. Und auch ein Gegenbesuch der polnischen Gastgeber in Straubing im Herbst 2019 ist schon in Planung: Teilnehmer/-innen eines P-Seminars werden wesentlich die Durchführung  eines weiteren Debattenprojekts und eines Workshop- und Besichtigungs-Programms organisieren.

Begleitet und unterstützt wird das Projekt durch die Straubinger Partnerschaften für Demokratie.

Prävention / Antidiskriminierung

Mehrsprachigkeit als Chance und Ressource begreifen
Der Umgang mit Mehrsprachigkeit spielt in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft eine wichtige Rolle in der Erziehung. Unter dem Titel „Was laberst du? – Orientierungslosigkeit im Spracherwerb und Sprachgebrauch“ bot Diplom Pädagogin Kristina Beckermann den 60 geladenen Teilnehmer*innen aus den Bereichen Erziehung und Bildung die Möglichkeit einer intensiven und praxisnahen Auseinandersetzung.

„Das Forum war der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die als fester Bestandteil des Handlungskonzepts zur Integration und Teilhabe in der Stadt Straubing stattfinden werden. Neben der Beteiligung städtischer Stellen, wie der Bildungskoordination für Neuzugewanderte oder Kita-Einstieg schätze man sich glücklich, die Fachakademie für Sozialpädagogik der Ursulinenstiftung als eine federführende Partnerin an Bord zu haben. Auch die Straubinger Partnerschaften für Demokratie werden sich einbringen, da Integration und Teilhabe eng an Demokratiearbeit geknüpft sind“, teilt Roman Schaffner, Integrationsbeauftragter und PfD-Verantwortlicher mit.
Neben theoretischen Schwerpunkten wie der Differenzierung unterschiedlicher Formen des Spracherwerbs und Instrumenten zur Sprachförderung, wurde sehr praxisnah und interaktiv gearbeitet. Herausforderungen die Mehrsprachigkeit für den Kita- oder Schulalltag mit sich bringen, wurden rege und lösungsorientiert diskutiert.
Die Mehrsprachigkeit von Kindern ist eine wertvolle Ressource und bietet viele Chancen. Um diese jedoch nutzbar zu machen, ist ein gewisser Paradigmenwechsel erforderlich. Der wertschätzende Umgang gegenüber allen Sprachen sowie der Aufbau von tragfähigen Beziehungen zu Kindern sind enorm wichtig. Eine alltagsintegrierte Sprachförderung ist grundsätzlich für alle Kinder gewinnbringend, nicht nur für Kinder mit Migrationsgeschichte. Von hoher Bedeutung ist in diesem Kontext eine aktivierende Elternarbeit.
Der Fachtag machte deutlich, wie wichtig zum einen der regelmäßige Fachaustausch ist und zum anderen, dass innovatives Arbeiten mehr Anerkennung und Rückhalt braucht. Darüber hinaus bedarf es der stetigen Sensibilisierung. Die Welt trifft sich im Kindergarten und in der Schule. Das ist der reale Alltag. Somit ist es unumgänglich, die notwendigen Strukturen und Bedingungen zu schaffen, die eine Chancengerechtigkeit erreichbar machen.
Das Thema Mehrsprachigkeit, wird ein Wiederkehrendes auch in zukünftigen Veranstaltungen sein.


Fortsetzung in 2019

Infos folgen

Radikale Rechte in Bayern

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Rechter Terror in Bayern

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Publikationen

Eine Broschüre von Jan Nowak,

zur politischen Bildungsarbeit im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie

... Wo die ‚Neue Rechte‘ früher häufig selbstreferenziell war, hat sich ein Teil der Strömung heute gegenüber der Tagespolitik geöffnet. Vor dem Hintergrund einer in allen Teilen der extremen Rechten verbreiteten Angst vor einem angeblichen ‚Volkstod‘ angesichts gestiegener Flüchtlingszahlen, glauben einige Akteure aus existenziellen Gründen keine andere Wahl mehr zu haben beziehungsweise sehen die ‚Zeit des Erntens‘ gekommen...

 

Bezugsquelle


 In Kooperation mit dem Straubinger Tagblatt, der Jugendinitiative MUT und jungen Künstlern aus der Poetry Slam-Szene entsteht ein "Best Of" ,mit Texten aus den letzten Jahren. Viele Themen der Parnterschaften für Demokratie werden kreativ und "freischnauze" transportiert.

Der investigativen Arbeit von Dr. Dorit Maria Krenn ist es zu verdanken, dass viele Straubinger Opfer des NS Regimes eine Identität zurückbekamen. Einige persönliche Schicksale sind in der Broschüre zu den Stolpersteinen auf eindrigliche Weise dargelegt.

Bisher, in der nüchternen Statistik vergessen: Die 360 Pfleglinge der ehemaligen Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder. Das Naziregime entriss diese Menschen der Obhut des Heimes, ermordete sie im Rahmen der sogenannten T4-Aktion oder dezentral in verschiedenen Vernichtungslagern.

Die Broschüre ist u.a. für Schulklassen kostenlos erhältlich. Bei der textlichen Ausgestaltung wurde darauf geachtet, dass der Inhalt gerade auch für junge Menschen verständlich und nachvollziehbar ist. Beeindruckend stellen sich die Zeitdokumente anhand von Fotos etc. dar.

Im Sinne der Nachhaltigkeit sollen bald auch Führungen entlang der Stolpersteine stattfinden.

Wir bedanken uns für das Engagement von Einrichtungsleiter Hans Emmert (Barmherzige Brüder = Herausgeber), für die detektivische Recherchearbeit und transparente textliche Umsetzung von Dr. Dorit Maria Krenn (Stadtarchiv) und für die tatkräftige Unterstützung von Christiane Heppler (Kulturamt).

 

Broschürenansicht